Danica Mastilovic
Sopran

*Geboren am 7.11.1933 in Negotin (Serbien)

Sie erhielt ihre Gesangsausbildung am Konservatorium von Belgrad bei Nikola Cvejic. Sie sang noch während ihres Studiums 1955-57 an Belgrader Operettentheatern. Der Dirigent Georg Solti veranlaßte sie, nach Frankfurt a.M. zu kommen; hier wurde sie 1958 Mitglied des Opernhauses, an dem sie länger als 25 Jahre wirkte. Nachdem sie dort zunächst kleinere Partien gesungen hatte, wurden ihr nach und nach größere Aufgaben, vor allem im dramatischen Fach, übertragen. Sie erwies sich als große Verdi-, Wagner- und Puccini-Interpretin.

1964 hatte sie in Frankfurt einen besonderen Erfolg in der Titelrolle von Puccinis "Turandot", worauf sie diese Partie an mehreren Theatern vortrug. Seit 1964 bestand ein Gastvertrag mit der Staatsoper von Hamburg, seit 1970 auch dem Opernhaus von Zürich verbunden. Sie gastierte an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an der Wiener Staatsoper, an der Staatsoper von München und am Opernhaus von Zagreb.

1972 trat sie sehr erfolgreich am Teatro Colón Buenos Aires als Abigaille in Verdis "Nabucco" auf, 1973 in Zürich als Ortrud im "Lohengrin" und im gleichen Jahr in München als Elektra von Richard Strauss. 1972-73 zu Gast an der Oper von Stockholm, 1973 und 1975 an der Covent Garden Oper London als Elektra. Mit dieser Partie debütierte sie auch 1975 an der Metropolitan Oper New York, nachdem sie im gleichen Jahr in New York als Konzertsolistin aufgetreten war. Bei den Bayreuther Festspielen wirkte sie 1965-67 als Gerhilde in der "Walküre" mit.

Zum 50. Jahrestages des Todes von Giacomo Puccini sang sie die Turandot in Torre del Lago, dem ehemaligen Wohnistz des Komponisten.

Sie wirkte länger als 30 Jahre am Opernhaus von Frankfurt a.M. 1964-80 trat sie oft als Gast an der Wiener Staatsoper auf. 1968 und 1975 gastierte sie an der Oper von Rom, 1975 und 1980 (als Elektra von R. Strauss) am Teatro Liceo Barcelona, auch an der Oper von Mexico City, an der Staatsoper Dresden, am Opernhaus von Athen, an der Chicago Opera, an der Oper von San Francisco und am Teatro San Carlo Neapel. 1972 sang sie an der Mailänder Scala die Elektra, 1977 auch an der Grand Opéra Paris die Elektra, 1980 die Färberin in "Die Frau ohne Schatten" von R. Strauss, 1979 an der Oper von Monte Carlo die Turandot von Puccini.

Weitere Bühnenpartien: die Senta im "Fliegenden Holländer", die Elisabeth wie die Venus im "Tannhäuser", die Brünnhilde in der "Götterdämmerung", die Kundry im "Parsifal", die Leonore im "Fidelio", die Amelia in Verdis "Maskenball", die Aida, die Leonore im "Troubadour", die Santuzza in "Cavalleria rusticana", die Tosca, die Marina im "Boris Godunow" und die Küsterin in "Jenufa" von Janácek.

Seit 1983 übernahm sie Partien aus dem Charakterfach wie die Larina im "Eugen Onegin", die Berta im "Barbier von Sevilla" und die Czipra im "Zigeunerbaron". 1987 übernahm sie am Landestheater Salzburg, an dem sie während mehrerer Spielzeiten auftrat, die Klytämnestra in "Elektra" von R. Strauss. In der Spielzeit 1991-92 war sie am Stadttheater von Trier als alte Gräfin in "Pique Dame" von Tschaikowsky zu hören, 1995 an der Frankfurter Oper als alte Buryja in "Jenufa" von Janácek. 1998 verabschiedete sie sich von ihrem Frankfurter Publikum in der Rolle der Filipjewna im "Eugen Onegin".

Danica Mastilovic ist Ehrenmitglied im Förderverein.

Bilder einer großen Karriere: